Wirtschaftsentwicklung

Bedingt durch den Übergang zur Wissensgesellschaft und den sich weiter beschleunigenden technischen Fortschritt wird die Wirtschaft immer mehr durch Forschung und Entwicklung, wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Technologien geprägt. Auch werden die Produktzyklen immer kürzer: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dauerte der Weg von der Idee über die Erfindung bzw. das Patent bis hin zur Massenproduktion 40 Jahre; Mitte des 20. Jahrhunderts waren es 30 Jahre; heute sind es nur noch 6 Monate und bei manchen Produkten sogar gerade einmal 6 Wochen. Gründe für die rasante Verkürzung von Produktionszyklen sind beispielsweise die Nutzung von Computern mit besseren Leistungen, die Zusammenarbeit via Internet, die "schlanke Produktion", innovative Herstellungsverfahren und die weltweite technologische Kooperation. Zudem müssen immer wieder neue Produkte auf dem Markt platziert werden, da sie immer schneller von der Konkurrenz kopiert und vielleicht sogar billiger angeboten werden. Unternehmen, die einen Technologiesprung verpassen, werden innerhalb weniger Monate von ihren Wettbewerbern überholt.

Globalisierung

In den letzten Jahrzehnten ist es zu einer Globalisierung der Wirtschaft gekommen: Immer mehr Unternehmen operieren in immer mehr Ländern; ihre Produkte können nun weltweit erworben werden. Produktionsstandorte wurden dorthin verlagert, wo die besten Rahmenbedingungen bestehen; Vorprodukte werden aus Ländern bezogen, wo sie besonders preiswert hergestellt werden können. Es entstanden international operierende Unternehmen, die eine größere Wirtschaftskraft als manche Länder haben. Die Politik hat der zunehmenden multinationalen Konzernmacht immer weniger entgegenzusetzen. Allerdings schwächt sich die Globalisierung seit zwei, drei Jahren aufgrund von Handelskonflikten und protektionistischen Bestrebungen einzelner Regierungen ab.

In den kommenden Jahren werden alte und neue Wirtschaftsmächte mehr miteinander wetteifern. Schon jetzt fließen die Kapitalströme in beide Richtungen, kaufen chinesische, indische oder mexikanische Unternehmen nordamerikanische bzw. europäische Firmen auf. Auch geht die Zeit zu Ende, in der multinationale Unternehmen in den Schwellenländern hauptsächlich einfache Arbeiten zu geringen Kosten ausführen ließen. So produzieren Länder wie China, Südkorea oder Taiwan immer mehr hochwertige Güter, geben viel Geld für Forschung und Entwicklung aus und verfügen über gut ausgebildete Fachkräfte. Hochtechnologiestandorte und Innovationszentren sind inzwischen über den ganzen Globus verbreitet.

Laut einer Studie von Fritz Breuss, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, wird Europa seinen gegenwärtigen Weltmarktanteil nicht verlieren - trotz der von Wirtschaftsvertretern kritisierten hohen Sozialstandards und niedrigen Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Dazu würde der stetig wachsende Binnenmarkt beitragen, in dem rund drei Viertel des gesamten Handels stattfinden (inkl. assoziierter Staaten, von EFTA und Türkei). Der Erfolg der EU beruht laut Breuss auf der Ausweitung des Binnenhandels und auf der Abfederung sozialer Härten. Jedoch würde durch die Globalisierung weiter Druck auf die Löhne ausgeübt werden.

Aber auch außerhalb der EU werden sich neue Chancen ergeben. So bieten die führenden Schwellenländer einem Technologie- und Exportland wie Deutschland immer größer werdende Märkte, auf denen es seine Güter verkaufen kann. Im Jahr 2019 waren laut Bundesamt für Statistik Kraftwagen und Kraftwagenteile mit 223,7 Milliarden Euro Deutschlands wichtigstes Exportgut, gefolgt von Maschinen im Wert von 195,6 Milliarden Euro und Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen im Wert von 118,5 Milliarden Euro.

Bis zum Beginn der Corona-Pandemie ließen sich deutsche Waren auf dem Weltmarkt gut verkaufen. Die 100 größten deutschen Unternehmen erzielten bereits rund 60% der Umsätze im Ausland; bei den Maschinenbauern waren es sogar vier Fünftel. Im Jahr 2019 betrug der Wert der Exporte laut Statistischem Bundesamt 1.328 Milliarden Euro (+0,8% gegenüber 2018), während der Wert der Einfuhren bei 1.104 Milliarden Euro lag (+1,4%). In Jahr 2018 waren die Exporte noch um 3,0% und die Importe um 5,6% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, und 2017 sogar um 6,2% bzw. 8,0%. Das Wachstum hat also in den letzten Jahren nachgelassen, und bedingt durch die derzeitige Wirtschaftskrise ist für 2020 und 2021 sogar mit einer negativen Entwicklung im Vergleich zu 2019 zu rechnen. 

Während 1995 noch 46,7% der Exporte in Länder der heutigen Eurozone gingen, waren es 2018 nur noch 37,4%. Betrachtet man aber alle europäischen Länder, so lag deren Anteil an den deutschen Exporten bei 68,4%; Asien (inkl. Australien) kam auf 17,6%, Amerika auf 12,1% und Afrika auf 1,7%. In den kommenden Jahren werden China und andere Schwellenländer wichtigere Absatzmärkte werden, da hier Wirtschaft und Konsum schneller wachsen werden als in Europa. So war China 2019 bereits im vierten Jahr in Folge Deutschland wichtigster Handelspartner; Waren im Wert von 205,7 Milliarden Euro wurden zwischen beiden Staaten gehandelt. Auf Platz zwei und drei folgten die Niederlande mit einem Außenhandelsumsatz von 190,4 und die USA mit 190,1 Milliarden Euro. Problematisch ist jedoch, dass sich derzeit das Exportgeschäft auf einige wenige Branchen - insbesondere die Autoindustrie und den Maschinenbau - konzentriert und die deutsche Wirtschaft in wichtigen Schwellenländern wie z.B. Indien oder Mexiko wenig präsent ist.

Sehr erfolgreich auf dem Weltmarkt sind mittelständische Unternehmen, die flexibler reagieren können als börsennotierte. Zudem können sie langfristig investieren, müssen in ihren Bilanzen nicht immer große Gewinne ausweisen - und können in Deutschland ähnlich günstig produzieren wie in Asien, da dort die Löhne für gut qualifizierte Fachkräfte stark angestiegen sind. Rund 1.300 Unternehmen sind in ihrer Nische Weltmarktführer - fast die Hälfte aller "Hidden Champions" befindet sich in Deutschland. Mittelständischen Unternehmen gelingt es auch immer besser, sich durch eigene Niederlassungen, neue Vertriebspartner und Joint-Ventures weitere Märkte zu erschließen.

Allerdings zeigt sich die Globalisierung auch darin, dass ausländische Investoren einen immer größeren Anteil an den Aktien deutscher Unternehmen besitzen. Laut dem Manager-Magazin gehörten 55% der Aktien von DAX-Konzernen im Jahr 2019 Ausländern bzw. ausländischen Fonds, die somit zunehmend Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen gewinnen und einen großen Teil der Dividenden erhalten. Dies hängt damit zusammen, dass Deutsche seltener in Aktien (-fonds) investieren als Menschen in anderen hoch entwickelten Ländern. Da sich andere Geldanlagen aufgrund der niedrigen Zinsen kaum noch rentieren, steigen auch die Privatvermögen in diesen Ländern stärker an als in Deutschland.

Jedoch könnte die Globalisierung in den kommenden Jahren an Bedeutung verlieren. So wuchs der Welthandel im Jahr 2019 schwächer als das globale Bruttoinlandsprodukt - die Mehrproduktion blieb also größtenteils im Herkunftsland. Aber auch aufgrund der steigenden Rohstoffpreise und höher werdender Löhne in den Schwellenländern könnte es in den kommenden Jahrzehnten zu einer Regionalisierung in der Wirtschaft kommen: Wenn die Herstellungskosten in fernen Ländern und die Transportkosten zu hoch werden, wird das Insourcing das Outsourcing ersetzen. Dasselbe gilt für den Fall, dass in hoch entwickelten Ländern die Herstellung von Gütern durch Automatisierung und künstliche Intelligenz preiswerter als in Niedriglohnländern wird. Ganze Produktionszweige werden dann wieder an die Verbrauchsorte zurückgeholt werden; die ausgelagerten Jobs kehren zurück.

Zudem hat die durch den Coronavirus ausgelöste Wirtschaftskrise gezeigt, wie leicht Lieferketten zerfallen und wie schnell sich Länder abschotten und die Ausfuhr bestimmter Güter verbieten. Viele Unternehmen werden daraus die Lehre ziehen, die in andere Länder verlagerten Produktionsbereiche zurückzuholen bzw. die dort von anderen Unternehmen produzierten Vorprodukte selbst herzustellen. Zudem werden Regierungen darauf bestehen, dass wichtige Produkte - wie z.B. bestimmte Medikamente oder Schutzkleidung - im eigenen Land produziert werden. 

Zukunftsbranchen

Will Deutschland auf dem Weltmarkt bestehen, muss es sich in Richtung eines "kreativen Kapitalismus" (Matthias Horx) weiterentwickeln. Das verlangt mehr Forschung und Entwicklung, mehr Ideenreichtum und Innovation, mehr Bildung und Weiterqualifizierung. Vor allem aber muss auf Branchen mit Zukunft gesetzt werden.

Dazu gehört z.B. der Umweltsektor. Laut Umweltbundesamt waren 2017 mit gut 2,8 Millionen Menschen 6,4% aller Erwerbstätigen im Umweltschutz tätig - 2010 waren es erst 5,9%. Sie produzierten Güter im Wert von über 86 Milliarden Euro - rund 6% der gesamten Industrieproduktion. Gegenüber 2007 sank jedoch der Welthandelsanteil deutscher Umweltschutzgüter von 16,8% auf 13,6%. Der weltweite Patentanteil nahm sogar von 18,2% im Zeitraum 2002 bis 2006 auf 13,5% im Zeitraum 2012 bis 2016 ab.

Als eine weitere Zukunftsbranche gilt die Biotechnologie, die eine immer größere Rolle in der Industrie, in der Landwirtschaft und im Gesundheitswesen spielen wird. Nach einer OECD-Studie könnte sie im Jahr 2030 bis zu 2,7% des Bruttoinlandsprodukts in den Industrieländern und einen noch größeren Anteil in den Entwicklungsländern ausmachen (heute: unter 1%) - falls Barrieren wie rechtliche Hemmnisse, fehlende Investitionen, mangelnde soziale Akzeptanz usw. beseitigt würden.

Auch die Agrarchemiebranche sieht ihre Zukunft positiv. Da die Weltbevölkerung bis 2030 um 40% gegenüber 1995 wachsen wird, muss im gleichen Zeitraum die Getreideproduktion um 50% zunehmen. Dies ist laut der Welternährungsorganisation (FAO) nur möglich, wenn beim Anbau 37% mehr Mineraldünger eingesetzt wird. Der Industrieverband Agrar (IVA) rechnet in den kommenden Jahren mit Rekordumsätzen bei Dünger, Pflanzenschutzmitteln und Saatgut.

Mitbedingt durch das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Urbanisierung, aber auch zwecks Schaffung eines modernen Energienetzes, haben Infrastrukturprojekte eine große Zukunft - also Investitionen in Straßen, Flughäfen, Telekommunikation, Kanalisation, Strom- und Wasserversorgung. Die OECD taxiert den weltweiten Investitionsbedarf bis 2030 auf 70 Billionen US $.

Eine entsprechende Infrastruktur wird auch für die weiter zunehmende Zahl von Autos benötigt werden. Der Shell-Konzern erwartet, dass sich der globale PKW-Bestand von derzeit 700 Millionen Fahrzeugen bis 2030 verdoppeln und bis 2050 sogar auf mehr als 2 Milliarden PKWs ansteigen könnte. So wird die Automobilindustrie in Deutschland boomen. Allerdings produzieren die hiesigen Konzerne und ihre Zulieferer zunehmend in den Ländern, in denen die meisten Käufer zu finden sind, da dann die Transportkosten wegfallen. Auch nimmt die Konkurrenz zu, da immer mehr preiswerte PKWs von Herstellern aus China, Indien und anderen Schwellenländern produziert werden. Zudem ist die deutsche Automobilindustrie in den Bereichen Elektromobilität und autonomes Fahren gegenüber amerikanischen und ostasiatischen Konzernen zurückgefallen.

Die Weltraumwirtschaft gilt ebenfalls als eine Zukunftsbranche: Insbesondere in den USA ist die kommerzielle Raumfahrt stark ausgebaut worden. Sie übernahm weitgehend den Transport von Kommunikations- und Fernsehsatelliten sowie die Versorgung der Internationalen Weltraumstation (ISS). Für die Zukunft sind z.B. Weltraumtourismus und die Rohstoffgewinnung auf Mond und Asteroiden geplant.

In den kommenden Jahren wird auch der Designwirtschaft eine immer größere Bedeutung zukommen. Hier stellen 3D-Drucker Gegenstände her, indem sie nach einem vorgegebenen Design Schicht auf Schicht aufeinander drucken und dabei die in den Druckerpatronen vorhandenen Kunststoffe, Metalle und sonstigen Materialien nutzen. Sie können bereits Bestandteile von Motoren, Ersatzteile von Maschinen, Prothesen, Zahnimplantate, Architekturmodelle, Prototypen, Skulpturen und viele andere Gegenstände herstellen. Einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge erwirtschafteten Unternehmen 2019 weltweit einen Umsatz von circa 11,2 Milliarden Euro mit 3D-Druck. Rund 63% der befragten deutschen Unternehmen nutzten bereits dieses Verfahren.

3D-Drucker können von Privatleuten bereits für wenige Hundert Euro erworben werden. Bei einem solchen Preis könnte die "Fabrik im Wohnzimmer" Realität werden. So wird erwartet, dass in ca. 20 Jahren die meisten Privathaushalte 3D-Drucker haben und damit Kleidung, Spielsachen, Ersatzteile, Modeschmuck u.a. selbst herstellen werden. Die Designs können entweder gekauft oder mit Hilfe von CAD-Software erstellt werden. Im letztgenannten Fall können ganz individuelle Produkte hergestellt werden. Selbst wenn die Druckerpatronen relativ teuer sind, könnte doch viel Geld gespart werden, weil weniger Material und Energie benötigt werden (z.B. keine Verpackung, kein Transportkosten). Auch Menschen in ärmeren Länder könnten mit 3D-Druckern Gegenstände billig herstellen - oder Designs entwickeln und verkaufen.

Eine große Zukunft wird der Informations- und Kommunikationstechnologie vorausgesagt. Im Jahr 2018 waren in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt 141.762 Unternehmen mit 1,3 Millionen Erwerbstätigen auf diesem Gebiet tätig. Sie erwirtschafteten 301,8 Milliarden Euro.

Klassisches E-Commerce wird in Zukunft gegenüber Social Commerce an Bedeutung verlieren - der Orientierung an erfahrenen Online-Nutzern, die nicht in irgendwelchen Katalogen herumklicken wollen, sondern auch im Internet nach Shopping-Erlebnissen, Spaß und sozialer Interaktion suchen. Amazon und Ebay haben gezeigt, wie man User aktiv einbinden kann; andere Web-Unternehmen bauen jetzt darauf auf. So werden in Zukunft vor allem solche Verkaufskonzepte erfolgreich sein, die den Austausch zwischen Usern, Konsumenten und Produzenten fördern. Durch den nutzergetriebenen Handel wird ein digitaler "Weltbasar" entstehen.

Da das Internet eine zunehmende Zahl kleiner und kleinster Märkte umfasst, wird es für Unternehmen immer wichtiger, die Treue von Kunden zu erlangen, damit diese weiterhin auf ihrer Website einkaufen und diese weiterempfehlen. Hingegen wird es immer schwieriger werden, neue Kunden zu gewinnen, werden einmalige Käufe an Bedeutung verlieren. Deshalb werden Unternehmen zunehmend interaktive Elemente in ihre Websites einbauen, Anfragen schnell beantworten, Kundenkommentare integrieren, Newsletter verschicken sowie nach Einkäufen E-Mails mit der Bitte um Feedback versenden. Zudem werden sie immer häufiger versuchen, auch unabhängig von ihrer Website im Internet präsent zu sein und die Diskussion über ihre Produkte in sozialen Netzwerken, Blogs und Online-Foren zu beeinflussen. Sie werden anderen Websites Artikel oder Videos zur Verfügung stellen und dort Werbung schalten.

Im Jahr 2019 wurden vom Einzelhandel 10,8% der Waren laut HDE auf dem Versandweg verkauft (E-Commerce) - in 10 Jahren könnten es bereits 25% sein. Dementsprechend nimmt der LKW-Verkehr zu: Alleine die Deutsche Post lieferte laut Statista fast 1,6 Milliarden Pakete im Jahr 2019 aus. Das Transportwesen wird auch in den kommenden Jahren ausgebaut werden, zumal viele Unternehmen eine Lieferung am selben Tag anstreben. Dann könnten z.B. auch (frische) Lebensmittel versendet werden.

In Deutschland und anderen hoch entwickelten Ländern werden sich Unternehmen zunehmend auf die wachsende Konsumentengruppe der Senioren einstellen. Schon heute stammt jeder dritte Euro, der in Deutschland privat ausgegeben wird, von einem Menschen über 60 Jahre; 2050 werden es mehr als 40% sein. Die Wirtschaft interessiert sich vor allem für die "Best Ager", die relativ fitten, meist gut situierten Senioren. Diese dürften in Zukunft mehr Geld für Unterhaltung, Bildung, Kultur, Reisen, Wellness sowie Gesundheits-, Finanz- und Versicherungsleistungen ausgeben. Beispielsweise wird die Versicherungsbranche mehr spezielle Senioren-Policen verkaufen, über die bei einem Unfall oder einem sonstigen Unterstützungsbedarf bestimmte Dienstleistungen wie z.B. Kochen, Einkäufe und Wohnungsreinigung finanziert werden.

Die Industrie entwickelt immer häufiger Produkte, die den Bedürfnissen von Senioren angepasst sind. So baut die Automobilindustrie zunehmend Funktionen wie rückenfreundliche Sitze oder Fahrerassistenzsysteme in PKWs ein, während die Bauindustrie ebenerdige Bungalows baut und vorhandene Wohnungen von Barrieren befreit. Hightech-Geräte werden von Senioren nur gekauft werden, wenn sie sich leicht bedienen lassen. So werden z.B. Smartphones für ältere Personen entwickelt, die schlecht sehen bzw. hören oder die kleine Tasten nur schwer bedienen können. Diese Handys verfügen über große Displays und Tastaturen, haben einen extralauten Klingelton bzw. eine optische Anrufanzeige, sind für Hörgeräte geeignet und besitzen eine Notruffunktion. Auch benötigen Senioren immer mehr medizinische Geräte und Hilfsmittel.

Um die Versorgung von (älteren) Menschen in bevölkerungsarmen Regionen sicherzustellen, werden (neue) Betriebs- und Vertriebsformen - wie die Bündelung verschiedener Serviceleistungen, Kioske, Kleinstmärkte, mobile Verkaufswagen oder Bringdienste - entwickelt werden. Auch benötigen viele Senioren Essens-, Reinigungs- und Betreuungsdienste. Mehr soziale Dienstleistungen als heute werden privat (z.B. auf Gegenseitigkeit) oder privatwirtschaftlich organisiert sein.

Schließlich werden mehr Seniorenheime, ambulante Dienste sowie geriatrische und gerontopsychiatrische Abteilungen in Krankenhäusern benötigt. So wird sich die Zahl der Heimplätze bis 2050 nahezu verdreifachen - auf rund 2 Millionen. Der Grund für diese Entwicklung ist die wachsende und besonders häufig auf Hilfe angewiesene Altersgruppe der über 80-Jährigen, die im Jahr 2050 fast dreimal so groß sein dürfte wie 2005. Da sich die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 auf mehr als 4 Millionen verdoppeln wird, dürfte der Pflegebereich zu einem "Jobmotor" werden: Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten soll laut einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft von 545.000 auf bis zu 1,6 Millionen im Jahr 2050 ansteigen. Unter Berücksichtigung einer jährlichen Produktivitätssteigerung von 0,5% wären es immerhin noch 1,2 Millionen Pflegejobs.

Jüngere Menschen werden vermutlich mehr Geld für die individuelle Gesundheitsprävention ausgeben: Hier wächst z.B. die Nachfrage in den Bereichen Wellness, Entspannungstechniken, Stressmanagement, Gesundheitstourismus, Bioprodukte und Nachsorge. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger könnten in der Gesundheitswirtschaft bis 2030 rund 2 Millionen Jobs neu geschaffen werden. Während 2005 etwa jeder Siebte in diesem Bereich beschäftigt war, wird es dann jeder Fünfte sein. Der Anteil der Gesundheitswirtschaft am Bruttoinlandsprodukt könnte von derzeit 10% auf fast 13% wachsen. Die Kosten für den Gesundheitsmarkt würden bis 2030 um 67% zunehmen.

In der Freizeitindustrie gelten z.B. Fitnessangebote für junge Erwachsene und Singles, Kurzurlaube für kinderlose Paare, Tagesausflüge für Familien sowie Kreuzfahrt-, Themenpark- und Städtetourismus als Wachstumsbereiche. Schon heute investieren die Deutschen jährlich 250 Milliarden Euro in ihre Freizeitgestaltung - zwischen 10 und 20% ihres Haushaltseinkommens. Vermutlich werden immer mehr künstliche Erlebniswelten geschaffen werden, wird es mehr inszenierte Kultur (z.B. Musikfestivals, Events, besondere Kunstausstellungen) und mehr Massenkultur geben.

Auch in 20 Jahren werden Pauschalreisen, Ferntourismus oder die Kombination von Billigflug und Luxushotel üblich sein, wobei die Preise zuvor im Internet abgeglichen werden und dort zunehmend gebucht werden wird. Außerdem wird auf Urlaubsberichte in sozialen Netzwerken und auf Bewertungen von Reiseanbietern zurückgegriffen werden. Wellnessreisen werden häufiger - und preiswerter - sein. Ähnliches dürfte für den Ökotourismus gelten - und den "Voluntourism", bei dem soziales Engagement im Urlaub gezeigt wird (z.B. Arbeitseinsätze in Behinderteneinrichtungen oder in Entwicklungsländern). Mehr Touristen als heute werden das extreme Abenteuer suchen oder ein Computerspiel bzw. einen Agenten-Thriller nachspielen wollen. Zudem wird die reale Urlaubswelt zunehmend durch eine virtuelle ergänzt werden. Allerdings wird es auch mehr Nichtreisende (aus Geldnot) und Sparreisende geben.

Laut dem Institut für Tourismus- und Freizeitforschung der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur wird sich die touristische Nachfrage der über 65-Jährigen bis 2050 vervierfachen. Darunter werden arme und reiche Rentner, gesunde und kränkelnde Personen, lebenslange Partner sowie Todesfall- oder Scheidungs-Singles sein. Die Senioren würden sich keinen reinen Erholungsurlaub wünschen, da sie sich das ganze Jahr hindurch der Gesundheit widmen können, sondern werden nach Kulturgenuss, nicht alltäglichen Bildungsangeboten bzw. unbeschwerter Geselligkeit suchen. Daneben gäbe es Senioren, die alles bereist und erlebt haben und nun Urlaubsquartiere auswählen, wo sie sich "daheim" fühlen, und Rentner, die an Urlaubsziele ihrer Kindheit zurückkehren möchten - oft in Gesellschaft ihrer Enkel. Die Angebote der Hotels und Reiseanbieter müssten alle Typen älterer Touristen berücksichtigen.

In Zukunft wird auch die Schattenwirtschaft weiterhin eine große - oder vielleicht noch größere - Rolle spielen. Bedingt durch die steigende Steuer- und Abgabenlast werden z.B. Handwerkerleistungen für viele Menschen zu teuer bzw. können Handwerker schwarz mehr verdienen. In der Schattenwirtschaft werden außerdem viele arbeitslose Menschen ein Zusatzeinkommen finden, zumal Sozialleistungen aufgrund der zunehmenden Zahl der Rentenempfänger bzw. Pflegebedürftigen und der wachsenden Staatsverschuldung tendenziell sinken dürften. Laut einer Studie von Friedrich Schneider (Universität Linz) machte die Schwarzarbeit 2019 bereits 9,1% des Bruttoinlandsprodukts aus. Da im Jahr 2020 wegen der mit der Corona-Pandemie verbundenen Wirtschaftskrise viele Menschen zu Kurzarbeitern bzw. Arbeitslosen wurden - und somit der Schattenwirtschaft zur Verfügung standen -, stieg der Anteil der Schwarzarbeit auf 11,4% des Bruttoinlandsprodukts. Für 2021 wird mit einer Zunahme um weitere 10 bis 12% gerechnet.

Wettbewerbsfähigkeit

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird zu einem großen Teil von der Innovationsfähigkeit der Unternehmen abhängen. Diese lässt sich z.B. anhand der Zahl der Patentanmeldungen je 1 Million Einwohner ermitteln. Laut der World Intellectual Property Organization, einer UN-Behörde, kam 2018 Deutschland mit 884 inländischen Patentanmeldungen auf den fünften Platz - nach Südkorea mit 3.148, Japan mit 2.005, der Schweiz mit 1.081 und China mit 1.001 sowie vor den USA mit 871 Patentanmeldungen. Wenn man die Zahl der Anmeldungen je Einheit des Bruttoinlandsprodukts berechnet, ergibt sich für 2018 eine ähnliche Reihenfolge der Länder: Südkorea mit 8.561, China mit 6.183, Japan mit 5.101, Deutschland mit 1.924 und die Schweiz mit 1.831 Patentanmeldungen. Bei beiden Vergleichen fällt auf, dass der Abstand Deutschlands zu den ersten zwei bzw. drei Plätzen recht groß ist. China, die USA und Japan deckten 73,8% aller Patentanmeldungen ab.

In den letzten Jahren stiegen in Deutschland die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stark an; allein im Jahr 2018 wurden laut Statistischem Bundesamt 104,7 Milliarden Euro (2015: 88,8 Milliarden Euro) und damit 3,1% des Bruttoinlandsprodukts investiert. Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Allerdings ist die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft nicht nur von entsprechenden Investitionen abhängig, sondern auch von Faktoren wie z.B. der Qualität des Bildungssystems, der Gründerkultur und dem vorhandenen Wagniskapital. Die Cornell Universität, INSEAD und andere Institutionen ermitteln deshalb jedes Jahr den "Global Innovation Index", der solche und ähnliche Faktoren berücksichtigt. In den letzten Jahren verbesserte Deutschland seine Position und lag 2019 auf Platz 9 - nach der Schweiz, Schweden, den USA, den Niederlanden, Großbritannien, Finnland, Dänemark und Singapur. China kam auf den 14. und Japan auf den 15. Platz.

Dennoch hat in den letzten Jahrzehnten der Zuwachs an Produktivität je Arbeitsstunde in Deutschland stark abgenommen - von über 3,5% in den 1970er Jahren auf derzeit knapp 1%. Die digitale Revolution hat sich also wider Erwarten kaum auf die Produktivität ausgewirkt - außer bei rund 5% der Unternehmen, die laut OECD-Studien die "Digital-Techno-Avantgarde" bilden würden. Bei den übrigen Unternehmen fehle es an Wissen, kompetentem Management, entsprechend qualifizierten Fachkräften und schnellem Breitband-Internet.

Zudem wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft durch eine veraltete Infrastruktur, steigende Energiepreise, einen zu stark regulierten Arbeitsmarkt (z.B. üppiger Kündigungsschutz), zu viel Bürokratie bei Unternehmensgründungen, hohe Steuern und überdurchschnittliche Lohnkosten gefährdet. Beispielsweise waren die Arbeitskosten im produzierenden Gewerbe und bei wirtschaftlichen Dienstleistungen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2018 mit durchschnittlich 35,90 Euro pro Stunde um 31% höher als der EU-Durchschnitt von 27,40 Euro; nur sechs von 27 Staaten lagen noch darüber. Im verarbeitenden Gewerbe kostete eine Arbeitsstunde mit 40,90 Euro 47% mehr als der EU-Durchschnitt von 27,90 Euro; nur in zwei Ländern war sie noch kostspieliger. Der Unterschied wird vor allem durch die Bruttoverdienste verursacht, da die Lohnnebenkosten (berechnet auf 100 Euro Bruttoverdienst) in Deutschland mit 27 Euro niedriger als der EU-Durchschnitt von 33 Euro waren. Überdurchschnittlich hohe Tarifabschlüsse könnten somit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stark gefährden. Außerdem verliert Deutschland als Investitionsstandort an Attraktivität, wird zunehmend Kapital ins Ausland exportiert. Anstatt die Wirtschaft zu entlasten und Zukunftsbranchen zu fördern, haben die schwarz-roten Bundesregierungen vor allem Sozialleistungen ausgeweitet.

Rohstoffversorgung

Ein zukünftiges Problem - insbesondere für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland - könnten schwindende Rohstoffvorkommen sein. Vor allem die Schwellenländer Asiens haben einen immer größer werdenden Bedarf an Industriematerialien wie Erze, Beton oder Asphalt. Beispielsweise wird laut dem Bergbaukonzern BHP Billiton die Gesamtkupfernachfrage von 2008 bis 2032 rund 680 Millionen Tonnen betragen - zwischen 1900 und heute wurden weltweit aber nur 608 Millionen Tonnen gefördert. Die Unternehmensberatung McKinsey schätzt, dass alleine in China 5 Milliarden Quadratmeter asphaltierter Straßen, 170 Massentransportsysteme und 5 Millionen Gebäude mit 40 Milliarden Quadratmeter Wohn- und Geschäftsfläche bis 2030 gebaut werden müssen.

Je knapper die Rohstoffe werden, umso gewinnbringender wird das Recycling. Zudem können nur auf diesem Wege die weltweit zunehmenden Müllmengen entsorgt werden. Beispielsweise lag das Abfallaufkommen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt mit 417,2 Millionen Tonnen im Jahr 2018 um 1,2% höher als im Vorjahr. Die Recyclingquote betrug wie in den Jahren zuvor rund 70%. 

Erst in mehreren Jahrzehnten werden fossile Energieträger knapp werden. Im Jahr 1960 wurden z.B. die weltweiten Erdölreserven mit gerade einmal 300 Milliarden Barrel beziffert. Seit einigen Jahren werden Erdöl und Erdgas aber zunehmend aus Tonsteinen und Ölsanden, aus der Tiefsee und aus Erdgaskondensat gewonnen - was vor 50 Jahren als unmöglich galt. Die hier eingesetzten Verfahren sind jedoch risikoreicher, sodass die Gefahr von Umweltkatastrophen steigt. Auch dürfte vermehrt in Naturschutzgebieten wie den amerikanischen Nationalparks nach Öl- und Gasvorkommen gesucht werden. Aufgrund dieser neuen Quellen wurden die Ölreserven nun seitens der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe auf 244 Gigatonnen geschätzt - bei einem weltweiten Erdölverbrauch von 4,7 Gigatonnen (2018). Hinzu kämen weitere 502 Gigatonnen an Erdölressourcen, also an derzeit technisch oder wirtschaftlich nicht gewinnbarem Erdöl. Die globalen Erdgasreserven werden mit 202 Billionen Kubikmetern und die Erdgasressourcen mit 629 Billionen Kubikmetern angegeben, bei einer Jahresförderung von ca. 3,4 Billionen Kubikmetern im Jahr 2018.

Nicht vor Ende des Jahrhunderts wird die Kohle knapp werden, obwohl die Nachfrage seitens der Schwellenländer stark zunimmt. So entfielen laut der International Energy Agency im Jahr 2018 alleine auf China 51,6% des weltweiten Kohleverbrauchs. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe bezifferte die Kohlereserven auf 1.069 Gigatonnen und die -ressourcen sogar auf 19.862 Gigatonnen - bei einem Verbrauch von 7,8 Gigatonnen im Jahr 2018.

Generell wächst jedoch die weltweite Nachfrage nach Energie - insbesondere in den Schwellenländern (z.B. in China um ca. 7% pro Jahr). So ist in einigen Jahrzehnten mit Engpässen bei der Versorgung und mit steigenden Preisen zu rechnen. Auf längere Sicht sind Konflikte um die letzten Erdöl- und Erdgas-Reserven vorprogrammiert, werden die mächtigeren Staaten versuchen, möglichst viele Ressourcen für sich zu reservieren. Aber die Regierungen werden sich auch bemühen, den Verbrauch durch Effizienzstandards, Steuern oder Emissionshandelssysteme einzuschränken und erneuerbare Energien vermehrt zu nutzen.

Außerdem wird die Wirtschaft zunehmend versuchen, Erdöl zu ersetzen - nicht nur als Heiz- und Kraftstoff (90% der derzeitigen Nutzung), sondern auch als Grundstoff für Kleidung, Kosmetik, Medizinprodukte, Plastik, Spielzeug, Computer usw. Beispielsweise enthalten rund 40% aller Textilien Erdöl. Solche Kunstfasern könnten z.B. durch Naturfasern aus Baumwolle und Hanf, aber auch durch biotechnisch hergestellt Fasern (etwa aus Milchsäure) ersetzt werden. Ferner könnten viele Ausgangsprodukte für die chemische Industrie mit Hilfe der Biotechnologie erzeugt werden, z.B. durch Bakterien- und Hefeenzyme aus organischen Abfällen. So könnte der Anteil von Bioplastik bis zum Jahr 2030 von knapp 1% (2018) auf 15 bis 20% steigen.

Auch in der Landwirtschaft wird Erdöl ersetzt werden - hier wird es für Düngemittel, Pestizide, Produktion, Kühlung und Transport benötigt. So dürfte die Ernährung in Zukunft saisonaler, regionaler und teurer werden - zumal die Landwirtschaft immer mehr Flächen für die Erzeugung von Biomasse benötigen wird. Diese soll nicht nur Grundstoffe für die chemische Industrie liefern, sondern auch Treibstoff für Kraftfahrzeuge.

Ferner werden zunehmend erneuerbare Energien erzeugt werden. Laut dem BP Energy Outlook 2020 werden sie 2050 zwischen 40 und 60% des Energiebedarfs abdecken (nach den Rapid- und Net Zero-Szenarien) - im Jahr 2018 waren es erst 5%. Dann werden auch bis zu 85% aller PKWs und bis zu 80% aller LKWs Elektrofahrzeuge sein. Zudem setzen viele Länder im Gegensatz zu Deutschland weiterhin auf die atomare Energie, zumal bei der Produktion keine Treibhausgase entstehen. So gab es 2018 weltweit 452 Reaktoren; weitere sind im Bau. Die Internationale Energieagentur (IEA) berichtete, dass 2019 rund 5,5 Gigawatt an atomarer Energie zusätzlich produziert wurden, sodass weltweit insgesamt 443 Gigawatt zur Verfügung standen. Sie geht davon aus, dass die Produktion atomarer Energie auf 455 Gigawatt im Jahr 2040 zunehmen wird. Die Uranvorkommen sind jedoch begrenzt - und es gibt noch immer keine Lösung für das Problem der Atommüllentsorgung.

Steigende Energiekosten werden u.a. dazu führen, dass Lebensmittel zunehmend aus der Region bezogen werden - derzeit werden sie z.B. in den USA im Durchschnitt 1.500 Meilen weit transportiert. Die Transportkosten könnten sogar gänzlich eingespart werden, indem in Städten "vertikale Bauernhöfe" gebaut werden: Professor Dickson D. Despommier von der Columbia University schlägt vor, Nutzpflanzen in Hochhäusern mit durchsichtigen Wänden und Decken zu züchten. Dies könnte ohne Erde in Hydrokulturen oder in aeroponischen Systemen erfolgen (hier werden die frei liegenden Pflanzenwurzeln in regelmäßigen Abständen von einem Sprühnebel aus Wasser und Nährstofflösung benetzt). In einem vertikalen Bauernhof könnte die 10- bis 20-fache Menge an Pflanzen wie auf einer gleich großen Farm geerntet werden, zumal auch mehrere Ernten im Jahr möglich sind. So könnte ein 30-stöckiger Bauernhof von der Größe eines Straßenblocks rund 50.000 Menschen versorgen. Zudem würden die Pflanzen Sauerstoff liefern.

Einige wenige - eher pessimistisch gestimmte - Zukunftsforscher wie z.B. John Michael Greer rechnen damit, dass Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran nur sehr bedingt durch andere Energieträger ersetzt werden können. Je mehr die Förderung in den kommenden 150 Jahren zurückgehen wird - bei gleichzeitig steigender Weltbevölkerung -, umso mehr werde es zu einer De-Industrialisierung kommen, die zu einem kontinuierlich geringer werdenden Lebensstandard führen wird. Um die eigenen Ressourcen zu schützen, werden viele Länder protektionistische Maßnahmen treffen, was den Welthandel bremsen dürfte. Es käme somit zu einer Zurückentwicklung zu wenig technisierten lokalen Kulturen.